Dr. SanderFacharzt für Allgemeinmedizien und Homöopathie Dr. med. H.-Henning Sander
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Wissenswertes über Patienten-,Betreuungs-, Vorsorgeverfügung

 

Dr. med. H.- Henning Sander  Bismarckallee 23  14193 Berlin       Version II überarbeitet 06/09

 

 

Patientenverfügung ( Patiententestament),  Betreuungsverfügung, Vorsorgeverfügung

 

 

 

  1. Einleitung
  2. Was regelt eine Patientenverfügung, Betreuungsverfügung, Vorsorgeverfügung
  3. Brauche ich eine Patientenverfügung
  4. Vorsorge um nicht „ ver-sorgt“ zu werden
  5. Wer kann mir bei der Erstellung einer Patientenverfügung helfen
  6. Wen sollte ich über eine für mich bestehende Patientenverfügung informieren
  7. Derzeitige  rechtliche Grundlagen der Patientenverfügung
  8. Diskussion
  9. Anlagen: Muster einer Patientenverfügung

 

 

 

Neue rechtliche Maßgabe vom 19.06.2009

 

Nach mehr als sechs Jahren teils heftiger Debatte hat der Bundestag entschieden, dass Patientenverfügungen künftig für Ärzte verpflichtend sein sollen. Eine klare Mehrheit der Abgeordneten stimmte am Donnerstag in dritter Lesung für einen Gesetzentwurf, wonach der Wille eines Patienten bei der Anwendung lebensverlängernder Maßnahmen vorrangig berücksichtigt werden muss…  Der beschlossene Entwurf  sieht vor, den per Verfügung fixierten Willen eines Patienten unbedingt zu beachten, unabhängig von Art und Stadium der Erkrankung. Dies gilt auch, wenn der nicht mehr artikulationsfähige Patient, die Einstellung lebenserhaltender medizinischer Maßnahmen gefordert hat. Bedingung dafür ist lediglich die schriftliche Form, eine ärztliche Beratung vor der Abfassung wird nur empfohlen. Passt die Verfügung nicht auf die aktuelle Krankheitssituation oder liegt keine Patientenverfügung vor, müssen Arzt und Betreuer des Kranken gemeinsam eine Entscheidung fällen. Vor allem dem Betreuer kommt dann die Aufgabe zu, den mutmaßlichen Willen des Patienten zu ermitteln und zu vertreten. Bei Uneinigkeit mit dem Arzt muss ein Vormundschaftsgericht entscheiden. (Quelle Tagesspiegel 19.06.2009)

 

 

Einleitung

 

Das Thema Patientenverfügung wird in den letzten Jahren vermehrt diskutiert und besprochen. Insbesondere in den Medien und in verschiedenen Verbänden wird seit langem über die Art und Form einer solchen Verfügung  gestritten.

In  großen Teilen von Europa stehen uns heute enorme technische Möglichkeiten zur Versorgung von Schwerstkranken und chronisch kranken Menschen zur Verfügung. Dadurch können viele schwere Leiden gemindert, teilweise auch geheilt werden. In einigen Fällen können aber auch dadurch Leiden verlängert und der Zeitpunkt für ein würdiges Sterben verpasst werden.

Viele Menschen haben heute vor einer technischen Überversorgung Angst und sehen ihre Patientenautonomie gefährdet, wenn sie selbst nicht mehr entscheidungsfähig sind. Andere haben Sorge, dass nicht mehr alles Notwendige getan wird wenn sie alt und krank sind und unserem Gesundheitssystem Kosten verursachen könnten.

Die heute gängigen Vorsorgemaßnahmen im Rahmen einer Vorsorge-, Betreuungs- und Patientenverfügung können frühzeitig getroffen werden. Sie sind bindend und können, so lange der Patient einwilligungsfähig ist, jederzeit geändert werden. Durch diese Verfügungen kann jeder einzelne Mensch für sich selbst  Dinge  der Behandlung, Versorgung oder Betreuung regeln, die individuell für ihn wichtig sind.

Patientenautonomie kann nicht  gewährleistet werden, wenn der Patient nicht mehr im vollen Umfang einwilligungsfähig ist und er keine Vorkehrungen für diesen Fall getroffen hat.

 

 

 

 

 

Was regelt eine Patientenverfügung

 

In einer Patientenverfügung wird individuell durch den Patienten festgelegt, in welchem Umfang und Maß eine Behandlung stattfinden darf, wenn er selbst nicht mehr einwilligungsfähig ist. Dadurch kann er selbst im Falle der aktuellen Einwilligungsunfähigkeit Einfluss auf die ärztliche Behandlung nehmen. Damit kann das Selbstbestimmungsrecht gewahrt bleiben. Diese Verfügung richtet sich in erster Linie an die Ärzte, kann sich aber zusätzlich an einen bevollmächtigten Vertreter richten.

Eine Patientenverfügung kann Bitten oder Richtlinien für die Behandlung enthalten, kann persönliche Wertvorstellungen, religiöse Anschauungen und Einstellungen zum eigenen Leben und Sterben enthalten.

Es können aber auch klare Anweisungen zu speziellen medizinischen und pflegerische Maßnahmen getroffen werden, ob eine künstliche Beatmung, Schmerz- und Symptombehandlungen, künstliche Ernährung durchgeführt werden darf, oder eine Wiederbelebung versucht werden darf. Jeder einzelne Punkt kann individuell formuliert werden und ist dann bindend für das Behandlungsteam. Bei grober Missachtung der Patientenverfügung durch das Behandlungsteam ist der Tatbestand der Körperverletzung gegeben.

Handelt es sich jedoch bei der, in der Patientenverfügung genannten Maßnahme um einen Eingriff in die körperliche Integrität ( OP), ist die Einwilligung nur wirksam wenn ihr vorher eine ärztliche Aufklärung vorausgegangen ist  oder auf die Aufklärung verzichtet wurde. Dies sollte aus der Patientenverfügung ersichtlich sein.

Beispiel: Jemand weiß, dass er eventuell an einem Gefäß operiert  werden soll, lässt sich vom Hausarzt darüber aufklären und lehnt dann aber für den Fall seiner Einwilligungsunfähigkeit ( z.B. durch einen Schlaganfall) diesen Eingriff ab, so darf er später nicht an dem Gefäß operiert werden!

Bestimmt diese Person generell eine Ablehnung  jeglicher OP´s und verzichtet auf eine Aufklärung durch den Arzt, darf auch in diesem Fall nicht operiert werden, wenn es in der Patientenverfügung dokumentiert ist!

 

 

Betreuungsverfügung

Sie dient dem Zweck, eine Person des eigenen Vertrauens zu benennen, die für den Fall, dass eine Betreuung notwendig werden sollte, durch das Vormundschaftsgericht zum Betreuer bestellt wird.

 

 

Vorsorgeverfügung

Sie wird ausgestellt auf eine Person des eigenen Vertrauens, die als Bevollmächtigte eingesetzt werden kann und sofort in dem Fall der Entscheidungsunfähigkeit des Vollmachtsgebers für diesen handeln kann, ohne vom Vormundschaftsgericht bestellt

 zu werden.

 

Es ist dringend notwendig, Personen, die das Amt eines Betreuers oder Bevollmächtigten ausüben sollen, vorher um ihr Einverständnis zu bitten und alle wichtigen Punkte schriftlich festzulegen.

 

Es ist nicht sinnvoll eine Betreuungsverfügung und eine Vorsorgeverfügung auszustellen, da sich die Vorsorgeverfügung mit Ausstellung einer Betreuungsverfügung aufhebt!

 

 

Brauche ich eine Patientenverfügung

 

Alle oben beschriebenen Dinge werden erst relevant wenn eine Situation eintritt in der man für sich selbst nicht mehr Entscheidungsfähig ist und andere über die besten weiteren Maßnahmen für einen Betroffenen entscheiden müssen.

Jeder Mensch hat eigene Vorstellungen wie er sein Leben gestalten will. Wenn sich ein Mensch gedanklich mit Leiden und Tot auseinandersetzt, hat er auch seine eigenen Vorstellungen, Ängste und Wünsche. Diese können in einer Patientenverfügung formuliert werden.

Dadurch können auch die Personen entlastet werden, die dann für den Betroffenen die weiteren Maßnahmen entscheiden müssen. Sei es der Arzt,  der Seelsorger, der Missionshelfer oder Partner, der die Wünsche des Betroffenen in der weiteren Behandlung vertritt.

Die Festlegung in einer Patientenverfügung bedeutet, dass man selbst die Verantwortung für die Folgen übernimmt, wenn der Arzt diesen Wünschen entspricht!

 

 

 

Vorsorge um nicht „ver-sorgt“ zu werden

 

Durch die enorme technische Entwicklung ist heutzutage bei einer Unterbringung in einer Klinik eher mit einer technischen Überversorgung zu rechen. Jedoch besteht auch die Gefahr einer Unterversorgung im Bereich der menschlichen Zuwendung. Im Pflegeheim kann es zu einer deutlichen medizinischen und pflegerischen Unterversorgung der Betroffenen kommen. Daher sollte nicht nur eine Patientenverfügung verfasst werden, sondern auch eine Betreuungsverfügung oder Versorgungsverfügung vorliegen. Hierdurch können Vertauenspersonen benannt werden, die die weitere Unterbringung und Versorgung für den Betroffenen regeln können.

Insbesondere sollte auch der Wunsch nach seelsorgerischer Betreuung durch einen Missionshelfer oder Prediger in die einzelnen Verfügungen aufgenommen werden. Dadurch wird dieser für das Pflege- und Behandlungsteam zum Mitansprechpartner und dem Seelsorger kann uneingeschränkter Zutritt zum Betroffenen gewährt werden.

 

 

Wer kann bei der Erstellung einer Patientenverfügung helfen

 

Grundsätzlich gilt, dass jede schriftliche und auch mündliche Vereinbarung, wenn sie bei voller Entscheidungsfähigkeit gegeben wurde, Gültigkeit besitzt. Jedoch kann der Nachweis im Einzelfall sehr schwierig sein, was insbesondere für mündliche Verfügungen zutrifft.

Daher sollte die Verfügung immer schriftlich verfasst sein und von einer zweiten Person mit unterzeichnet werden. Für den Nachweis der Einwilligungsfähigkeit sollte ein Arzt oder ein Notar die Verfügung mit unterzeichnen.

Für jede der oben angegebenen Verfügungen gibt es zurzeit gültige und rechtlich gut verfasste Musterverfügungen, die individuell abgeändert werden können.

Als Hinweis kann noch gelten, dass möglichst auf allgemeine Aussagen z.B. Apparatemedizin, qualvolles Leiden usw. verzichtet werden soll. ES soll möglicht genau beschrieben werden, in welcher Situation die Patientenverfügung gelten soll und welche Behandlungswünsche in dieser Situation beachtet werden sollen.

Man sollte die Verfügungen vertrauensvoll mit seinem Partner, seinen Kindern oder seinem Hausarzt besprechen und ggf. auch eine Kopie an eine Vertrauensperson aushändigen. Hilfreich ist es auch eine Kopie bei seinem Hausarzt zu hinterlassen, denn häufig wird dieser in einer Notfallsituation auch vom Krankenhaus konsultiert.

Mindestens sollte man jedoch einen Hinweis bei sich tragen, das eine Patientenverfügung existiert und wo sie zu finden ist. Denn was hilft die beste Verfügung, wenn niemand davon erfährt.

 

 

Wer sollte von der Verfügung wissen

 

Insbesondere sollten die Personen informiert sein, die ggf. Aufgaben übernehmen sollen. Es sollte auch von diesen Personen die Zustimmung eingeholt werden, sie in einer Verfügung namentlich eintragen zu dürfen. Dies ist insbesondere bei Betreuungs- und Versorgungsverfügungen notwendig.

Es sollte nun nicht jeder in der Familie zwingend mit diesem Thema konfrontiert werden. Jedoch sollte, je nach Familiensituation, schon ein Angehöriger informiert sein. Außerdem sollte eine Kopie der Verfügung dem Hausarzt vorliegen.

 

 

Derzeitige rechtliche Grundlagen der Patienten-, Vorsorge-, Betreuungsverfügung.

 

Das Bundesministerium für Justiz hat für alle drei Vorsorgefälle umfassende Informationsbroschüren erstellt in denen  Erläuterungen und einzelne Beispiele gegeben werden.

Anzufordern sind die Broschüren über das Bundesministerium der Justiz ( BMJ) 11015 Berlin

Oder www.bmj.bund.de

Auch die Ärztekammer Berlin hat entsprechende Verfügungen in Zusammenarbeit mit der Ethikkommission verfasst. Sie gelten als juristisch gut erarbeitet und  können dort bestellt werden.

 

 

 

Diskussion

 

Gesundheit, Leben, Krankheit, Tod. Alle diese Begriffe setzen für jeden einzelnen Menschen unterschiedliche Gefühle und Gedanken frei.

Es ist gut, sich mit all den unterschiedlichen Bereichen, die zu jedem Leben gehören auseinander zusetzen. Dabei beschäftigen wir uns gerne mit den Dingen, die uns angenehm sind und schieben anderes gerne etwas in den Hintergrund. Die offenen Diskussionen um demoskopische Veränderungen in unserer Gesellschaft, aber auch die Diskussionen um Gesundheitskosten und die Erwartung eines längeren Lebens, verunsichern viele Menschen. Sie fragen sich, wie sich ihr Leben im Alter oder bei einer Erkrankung gestalten wird.

 

 

Aufgrund der enormen Entwicklungen in der Medizin, sowohl im medikamentösen als auch im technischen Bereich, hat und wird sich die Lebenserwartung der Menschen in der BRD weiter verbessern.

Es wird offen darüber gesprochen, ob die Kosten für einen sehr hohen technischen Standard noch zu tragen sind, aber es wird auch deutlich auf die positiven Aspekte und Möglichkeiten durch das technische Know-how hingewiesen.

 

In vielen Breichen der Gesundheits- und Pflegebetreuung stehen hohe technische Ausstattungen einem reduzierten Personalstamm gegenüber. Man hat das Gefühl, menschliche Zuwendung und liebevolle Pflege tritt in den Hintergrund. Dies ist sicherlich nur bedingt der Fall, aber immer mehr Menschen haben Sorge, sie könnten im Falle eines Falles nicht so versorgt werden, wie sie es sich für sich wünschen.

Was der eine jedoch als Apparatemedizin ablehnt, ist für den anderen ein technischer Fortschritt von dem er auf jeden Fall profitieren will.

 

Viele Menschen nutzen die Patientenverfügung, um sich vor zu viel technischen Aufwand und lebensverlängernden Maßnahmen zu schützen, wenn sie einmal so krank sind, dass sie selbst nicht mehr in der Lage sind auf die Art und die Weise ihrer eigenen Behandlung Einfluss zu nehmen.

Es gibt aber auch Menschen, die den ausdrücklichen Wunsch äußern, dass alles was zurzeit möglich ist, für sie getan wird, um ggf. eine Lebensverlängerung zu erreichen.

 

Ein Urteil zu fällen, in welchem der beiden Fälle eine Patientenverfügung einen Sinn macht ist unnütz, da jeder seine eigenen Wünsche, Erwartungen und Ängste hat.

In jedem Falle kann eine vorliegende Verfügung den Angehörigen oder Ärzten helfen, den Betroffenen in seinem Sinne zu behandeln und zu versorgen.

 

Patientenautonomie  soll durch die Möglichkeit eine Verfügung zu verfassen gestärkt werden.

 

Ein Bericht des Tagesspiegels vom September 2004 war mit der Überschrift

„letzte Anweisung an den Arzt“ betitelt.                                                                                  

 Dort  heißt es unter anderem, dass Dank des hohen medizinischen Standards in Deutschland die Lebenserwartung der Gesellschaft kontinuierlich ansteigt. Viele Krankheiten, die noch vor einigen Jahren einen tödlichen Ausgang nahmen, bekommen die Ärzte heute in den Griff. Doch so weit die moderne Medizin auch ist, so hilflos zeigt sie sich wenn das wichtigste Organ des Menschen versagt: unser Gehirn. Wiederbelebungsversuche sind zwar oft erfolgreich was die Herz und Nierenfunktion anbelangt. Die Reanimation der Hirnfunktion gelingt aber eher selten. Dieses Schicksal betrifft nicht nur ältere Menschen, sondern auch die jüngere Generation- zum Beispiel nach einem Unfall. In gesunden Zeiten denkt darüber natürlich niemand gerne nach: Denn die Vorstellung, unser Bewusstsein zu verlieren und in ein Wachkoma zu fallen und damit die Entscheidungsfreiheit zu verlieren, ob und welche weiteren Behandlungsschritte eingeleitet oder auch unterbleiben sollen, ist hart.

            Wer für sein Leben allerdings die volle Verantwortung übernehmen will, der darf auch vor den bitteren Realitäten nicht wegschauen. Sonst entscheiden andere Menschen über sein Schicksal. Und das sind in erster Linie die Ärzte. Wo sich der Patient allerdings selbst nicht mehr äußern kann, muss der Arzt den mutmaßlichen Willen des Patienten ermitteln. Ohne das Vorliegen von anderen Anhaltspunkten versucht der Arzt den Menschen am Leben zu erhalten. Wer bei einem plötzlichen Ausfall der Herz-Kreislauffunktion oder bei Atemversagen nicht reanimiert werden will, weil ihm das Risiko einer Hirnschädigung zu hoch ist, oder bei einem Wachkoma nicht künstlich ernährt werden will, der muss vorsorgen. Patiententestament oder Patientenverfügung heißt das Schlagwort. Dieses Patiententestament ist praktisch eine Anweisung an den behandelnden Arzt, bis zu welchem Punkt er im Falle der eigenen Bewusstlosigkeit behandeln darf und was er zu unterlassen hat.

            Die Karlsruher Richter haben sich wie folgt geäußert: „Ist ein Patient einwilligungsfähig und hat ein Grundleiden einen irreversiblen, tödlichen Verlauf angenommen, so müssen lebenserhaltende oder verlängernde Maßnahmen unterbleiben, wenn dies zuvor- etwa in Form einer Patientenverfügung- geäußerten Willen entspricht, Dies folgt aus der Würde des Menschen, die es gebietet sein in einwilligungsfähigen Zustand ausgeübtes Selbstbestimmungsrecht auch dann noch zu respektieren, wenn er zu eigenverantwortlichem Entscheiden nicht mehr in der Lage ist. Nur wenn…“ ( Az.:XII ZB 2/03)

 

Die Ausarbeitung stützt sich auf

 

-              Abstimmung des Bundestags zur „Patientenverfügung“ 19.06.2009

-              die Broschüre „Patientenverfügung“ des BMJ Auflage 1 Juli/04,

-              Stellungnahme der Bundesregierung zu dem Gesetzentwurf des Bundesrates eines Gesetzes zur Änderung des Betreuungsrechts –BR-Drs.865/03

-              Allgemeine Information zur Patientenverfügung Sächsische Landesärztekammer 05/03

Anmerkung: Druck und Vervielfältigung, auch auszugweise, nur nach Genehmigung des Autors

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anhang Muster Patientenverfügung der Ärzekammer Hamburg 12/2006

Patientenverfügung

 

Ich, ................................................, geb. am ..............., wohnhaft in .........................

verfüge schon jetzt für den Fall, dass ich meinen Willen nicht mehr bilden oder verständlich

äußern kann, gegenüber meinen Ärzten, dem Alten- oder Pflegeheim, in

dem ich im entscheidenden Zeitpunkt ggf. wohne, sowie gegenüber jedem, der sonst

Entscheidungen über meine Person zu treffen hat, folgendes:

Ich wünsche einen menschenwürdigen Tod und bitte meine Ärzte, Angehörigen und

Pfleger, mir dabei beizustehen.

Wenn zwei Fachärzte unabhängig voneinander bestätigt haben und keine abweichenden

ärztlichen Prognosen eines behandelnden Arztes vorliegen,

dass ich mich aller Wahrscheinlichkeit nach unabwendbar im unmittelbaren

Sterbeprozess befinde,

dass ich mich im Endstadium einer unheilbaren, tödlich verlaufenden Krankheit

befinde, selbst wenn der Todeszeitpunkt noch nicht absehbar ist,

dass in Folge einer Gehirnschädigung meine Fähigkeit, Einsicht zu gewinnen,

Entscheidungen zu treffen und mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, aller

Wahrscheinlichkeit nach unwiederbringlich erloschen ist, selbst wenn der

Todeszeitpunkt noch nicht absehbar ist,

wünsche ich keine weiteren intensiv-medizinischen Maßnahmen, die mein Leben

verlängern oder aufrechterhalten.

Hinweis: Bei diesen Fallsituationen handelt es sich um eine beispielhafte Aufzählung.

Weitere Fälle sind denkbar. In Ihrer Patientenverfügung müssen Sie

die Situationen aufnehmen, für die Ihre Verfügung gelten soll.

Ich wünsche,

keine Gabe lebenserhaltender Medikamente.

dass keine künstliche Beatmung durchgeführt bzw. weiter aufrechterhalten

wird. Ich wünsche jedoch, dass Medikamente zur Linderung der Luftnot gegeben werden und zwar auch dann, wenn diese Medikamente meine Lebenszeit

verkürzen.

keine künstliche Ernährung durchgeführt bzw. aufrechterhalten wird.

Hinweis: Es handelt sich um eine beispielhafte Aufzählung. Sie können im

Rahmen Ihrer Patientenverfügung erklären, dass Sie auch weitere Behandlungsmöglichkeiten

z. B. bezogen auf eine bestimmte Erkrankung nicht wünschen.

Ich wünsche in jedem Fall eine fachgerechte Pflege der Mund- und Schleimhäute

sowie eine menschenwürdige Unterbringung, Zuwendung und Körperpflege. Insbesondere

verlange ich, dass mir bei Schmerzen, Erstickungsängsten und Atemnot,

Übelkeit, Angst sowie anderen qualvollen Zuständen und belastenden Symptomen

Medikamente verabreicht werden, die mich von Schmerzen und größeren Belastungen

befreien, selbst wenn dadurch mein Tod voraussichtlich früher eintreten wird.

Ich gebe diese Erklärung nach sorgfältiger Überlegung und in der vollen Verantwortung

für mich selbst ab. Für den Fall, dass ich aufgrund von Bewusstlosigkeit oder

anderen körperlichen Beeinträchtigungen nicht mehr in der Lage sein werde, über

meine persönlichen Belange zu entscheiden, soll diese Erklärung als Bekundung

(ggf.: Folgende Person hat von mir eine gesonderte Vorsorgevollmacht erhalten, die

meines ausdrücklichen Willens gelten.

Sollte ein Arzt oder eine Ärztin oder das Behandlungsteam nicht bereit sein, meinen

in dieser Patientenverfügung geäußerten Willen zu befolgen, erwarte ich, dass für

eine anderweitige medizinische und / oder pflegerische Behandlung gesorgt wird.

Diese Verfügung bitte ich, meinen behandelnden Ärzten zugänglich zu machen.

Zu Maßnahmen, die dieser Verfügung widersprechen, verweigere ich ausdrücklich

meine Zustimmung.

Wenn für mich ein Betreuer bestellt wird, soll diese Verfügung auch für ihn gelten,

d. h., dass er die hier festgelegten Verfügungen zu beachten hat. Ich erwarte, dass

mein Betreuer / meine Betreuerin meine Behandlung so organisiert, dass meinem in

dieser Verfügung niedergelegten Willen entsprochen wird.

Mein behandelnder Arzt ist berechtigt, folgenden Personen Auskunft über meinen

gesundheitlichen Zustand zu geben und ist insoweit von der Schweigepflicht entbunden:

Name .................................................................................

Anschrift .............................................................................

 

auch die Umsetzung dieser Patientenverfügung erfasst:

Name ..................................................................................

Anschrift .............................................................................)

Diese Erklärung wurde von mir unterschrieben. Zwei Personen meines Vertrauens

bezeugen durch ihre Unterschrift meine Willenserklärung.

Datum, Unterschrift:

Name und Anschrift der Zeugen:

Datum und Unterschriften:

Zur späteren Bestätigung der Verfügung:

Im Folgenden bestätige ich mit meiner Unterschrift, dass ich den Inhalt meiner Patientenverfügung überprüft habe und sich mein Wille nicht verändert hat:

 

 

Datum, Unterschrift

 

Datum, Unterschrift

 

Datum, Unterschrift

 

Datum, Unterschrift

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stand: 12/2006

 

 

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